Die Möglichkeiten des CGI

Dass ein Fotograf nicht mehr nur mit seiner Kamera zu Bilderzeugnissen kommt, ist eine Folge des sich immer schneller entwickelnden Berufsfeldes. Nachdem sich Bildbearbeitungssoftware wie Adobe Photoshop und ähnliche Retusche-Werkzeuge längst etabliert haben und nach anfänglicher Skepsis zur Selbstverständlichkeit wurden, wird selbiges wohl auch bald mit dem Computer Generated Imaging passieren.

Eine kurze Begriffserklärung: Digital geformte Objekte, die mit Materialien und Eigenschaften belegt werden, können in der selben Software genau wie im analogen Studio beleuchtet und als fertiges Bild entwickelt (Fachbegriff: "gerendert") werden.

Diese Renderings streben den Fotorealismus an und haben ihn auch beinahe erreicht. Wenn man heute etwa in einen IKEA Katalog schaut, fällt einem gar nicht auf, dass dort schon mehr als die Hälft der Abbildungen keine Fotos mehr sind!!

Gerade im Produktbereich hat diese Form der Bilderzeugung schon lange Einzug gehalten. Auch die Automobilindustrie schwört auf diese Technik. Der Kunde hat die Möglichkeit der 360° Ansicht und kann binnen Sekunden Farbe und Ausstattung per Klick oder Touch ändern. Bilder können für den Kunden interaktiv gestaltet werden. Dies kann die Fotografie beim besten Willen nicht leisten!

Doch ein fotorealistisches Rendering steht und fällt mit dem Detail und dem richtigen Licht. Und genau da kommt der Fotograf ins Spiel: Oft läuft es in der Industrie so, dass etwa bei einem Auto eine digitale Replik erstellt wird, die lediglich die dreidimensionale Form des Objektes enthält. Diese Daten werden dem Fotografen übergeben, dessen Aufgabe es nun ist das Objekt mit hochauflösenden Texturen zu belegen, die vorher unter neutralen Bedingungen fotgrafiert werden können, und mit präziser Lichtsetzung das Modell auszuleuchten.

Für genau diesen Job ist eben noch ein geschulter Fotograf erforderlich. Man kann in der Software genau die selben Parameter wie Brennweite, Blende, Sensorgröße oder die verschiedenen Lichtarten und Lichtformer entsprechend dem Workflow im Studio nachstellen.

Für den Fotograf heute und in unmittelbarer Zukunft ist es meiner Meinung nach unabdinglich einen Fuß in die Tür zu setzen, die in den digital erzeugten Fotorealismus führt.

Dabei muss man die ursprüngliche Fotografie sicher nicht verlassen, man kann sie auch sinnvoll durch die Möglichkeiten des CGI ergänzen und hat damit ein weiteres unschlagbares Werkzeug im Fotokoffer.

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